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Liebe macht dick

Man glaubt seinen Augen kaum zu trauen bei der Meldung, die die Uni Heidelberg gerade veröffentlichte. Demnach neigen glückliche Menschen in einer gut funktionierenden Partnerschaft dazu, Pfunde anzusetzen. Glück scheint schlichtweg geradewegs ins Übergewicht zu führen.

Als Grund nennt Thomas Klein, Soziologieprofessor und Leiter der Studie, dass vergebene Personen schlicht nicht mehr dem Konkurrenzdruck des „freien Marktes“ unterliegen. Demnach darf in einer Beziehung eher gefuttert werden. Schließlich braucht man sich nicht mehr so anzustrengen.

Geht eine Verbindung jedoch auseinander, dreht sich auch das Gewicht. Bei Paaren mit einer Beziehungskrise purzeln die Pfunde. Erst recht, wenn es zu einem endgültigen Aus gekommen ist. Dann müssen die Marktchancen deutlich angekurbelt werden. Reines Marketing, also.

Träume - Die seltsamen Bilder unseres Unterbewußseins

Träumen haftet seit jeher etwas Geheimnisvolles, Rätselhaftes an. Darum galt ihnen immer schon das Interesse von Wissenschaftlern. Zu ergründen, was körperlich abläuft und dazu führt, dass wir jede Nacht aufs Neue ein „Doppelleben“ führen, beschäftigt nicht nur Psychologen, sondern ebenso sehr Neurobiologen und Mediziner. Wir wissen heute, dass der Schlaf ist nicht einfach nur das Fehlen des wachen Bewusstseins ist, sondern eine ganz spezielle Aktivität des Gehirns bedeutet. Wenn wir schlafen, sind Teile unseres Körpers, wie die Motorik oder einzelnen Sinne quasi ausgeschaltet. Unser Gehirn läuft jedoch auf Hochtouren.

REM-Schlaf, die Mutter aller Träume?
Mit der Entdeckung des REM-Schlafes vor ungefähr 50 Jahren kam man den nächtlichen Vorgängen ein ganzes Stück näher. In dieser Schlafphase sind die Augenbewegungen besonders stark (Rapid Eye Movement). Der Puls und Atemfrequenz sind erhöht und unregelmäßig. Die Hirnströme sind aktiver als im Wachzustand. Darüber hinaus sind die Skelettmuskeln erschlafft. Wir befinden Träume - Bilder des Unterbewußtseinsuns in einer Art Lähmungszustand.
Weckt man einen Schläfer aus dieser Schlafphase, so kann er meist lebhaft und detailliert erzählen, wovon er gerade geträumt hat.
Der REM-Schlaf wiederholt sich etwa alle 90 Minuten und wird vom Hirnstamm ausgelöst. Von dort werden Nervenimpulse, gleich einem Gewitter an das Großhirn gesandt. Der Hirnstamm ist jedoch eine sehr primitive Region unseres Gehirnes, der rein gar nichts mit Wünschen, Erfahrungen und Bearbeitung zu tun hat. Jahrelang glaubte man, dass Traumschlaf ausschließlich während der REM-Phasen stattfinden würde und bestritt aus medizinischer Sicht jeglichen Zusammenhang mit psychischen Faktoren. Sollte das bedeuten, dass Träume nichts als das zufällige Übersetzen der Nervenaktivität in Bilder, Handlungen und Vorstellungen wären?

Nein! Denn neuere Forschungen (Dr. Mark Solms, London) stellten fest, dass die These „REM-Schlaf gleich Traumschlaf“ so nicht stimmt. Auch im so genannten Non-REM-Schlaf wird geträumt und zwar eine ganze Menge. Rund 25% aller Träume finden in dieser Schlafphase statt. Die These vom Zufall der entstehenden Bilder war damit vom Tisch.

Was bedeutet das konkret für unser Traumverständnis?
Die bisherige Konkurrenz zwischen Physiologie und Psychologie kann zu einer Zusammenarbeit werden.
Non-REM-Phasen entstehen nämlich in „höheren“ Regionen des Gehirns, dort wo z.B. Raumwahrnehmung und Vorstellungsvermögen angesiedelt sind, im Übergangsbereich zwischen Scheitel-, Schläfen und Hinterhauptslappen und in einem Teil des Frontalhirns, das für unsere Erwartungs- und Bedürfnismotivation zuständig ist.

Wie konnte man das herausfinden?
Ein Mensch, bei dem durch Unfall oder Krankheit, jene Teile des Gehirns ausfallen, in denen REM-Schlaf ausgelöst wird, dürften nach der früher gängigen neurolo-biologischen Meinung eigentlich keine Träume mehr haben. Obwohl keine REM-Phase mehr vorhanden war, berichteten die betreffenden Personen jedoch weiterhin von Träumen.
Auch Probanten, die vor dem ersten REM-Schlaf nachts geweckt wurden, konnten von Träumen erzählen.

Für die psychologische Arbeit mit der Traumdeutung hat dies ganz einschneidende Konsequenzen. Erinnern wir uns: Träume, die während des Non-REM-Schlafes entstehen, haben ihren Ursprung dort, wo auch die grundlegenden Anreize zur Bedürfnisbefriedigung liegen. Diese Region wird beispielsweise dann aktiv, wenn wir hungrig oder durstig sind, wenn wir also etwas brauchen und motiviert sind, es uns zu beschaffen – man könnte auch sagen, dort entsteht der Antrieb, der uns zum großen Teil als den Menschen kennzeichnet, der wir sind.
Personen mit Störungen dieses Hirnareals verlieren jeglichen eigenen Antrieb. Sie sind zwar in der Lage, Tätigkeiten auszuführen, beginnen diese aber nicht von selbst.
Beispiel: Jemand kann zwar einen Apfel holen, braucht dazu aber die eindeutige Aufforderung dazu. „ Hole bitte den Apfel“.
Damit ändert sich auch die medizinische Sichtweise von Träumen. Statt einer absurden Gehirntätigkeit handelt es sich um psychologisch bedeutsame Prozesse. Wir träumen nicht, weil unser Gehirn nachts „Großreine macht“ und uns dabei mit zufälligen Bildern unterhält, sondern weil unser Innerstes uns damit auf seine Bedürfnisse aufmerksam machen möchte. Träume sind also ein hochkomplexes körperliches, wie auch seelisches Phänomen.

Viele Forscher verstehen mittlerweile das Traumbewusstsein als eine eigene Form des Denkens. Auch wenn sich Fühlen und Wissen im Traum wie im Wachsein ähneln, unterscheiden sie sich eben dadurch, dass das Traumgeschehen nur kurzzeitig abgespeichert wird. Darum ist es eine wertvolle Aufgabe, sich ihrer besser zu erinnern und sie damit auch zu nutzen.

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